Heimliches Geld, heimliche Liebe, II/15–21

    

 

Verwandlung

 

(Dachwohnung, wie am Ende des 1ten Actes. Vor dem practikablen, in der Mitte des Prospectes stehenden Bett, steht ein kleines Tischchen mit Licht. Vome Lincks steht der größere Tisch, auf demselben ein unangezündetes Licht, nebst Zündmaschine. Seitenthüre rechts, Eingangsthüre lincks im Prospect. Neben dem Bette rechts ein Schranck.)

 

15te Scene

(DICKKOPF, allein.)

[DICKKOPF] (tritt mit dem bereits geöffneten Packet in der Hand aus der Seitenthüre auf). Dreyßig Stuck Hunderter – Dreytausend Gulden – (Tritt zum Tisch entfaltet und besieht das Couvert nochmahl.) Nix g’schrieb’n dabey – folglich wird keine Quittung verlangt. – Der Nazi hat s’ kennt sein’ Prinzipal-Fräule – Bub’n kennen Alles, was nit sollen. – Das Geld kommt von der Kupferschmied-Fräule! –natürlich als schofeln Ersatz für die Achtzigtausend Gulden. Mein verstorb’ner Schwager hat mir ’s Drittel versprochen; das is aber bey Weiten noch nicht ’s Drittel – folglich g’hören sie von Gott und Rechtswegen als so ganzer mein die Dreytausend Gulden. – Der Franz wird’s aber von die Hausmeisterleut’ erfahren; er is eine gemeine Seele, er gäbet’s z’ruck, als ob’s ein Butschandl war’. – Vor solche Menschen is nix sicher – (aufstehend) ich muß fort mit meinem Eigenthum. (Er öffnet den Wandschranck, nimmt eilig etwas Kleider und Wäsche heraus, breitet ein Tuch über den Tisch lincks und macht das Herausgenommene in ein Bündl zusammen, und spricht während dem das Folgende.) Er wird Abschied nehmen von seine Cameraden, sonst war’ er schon längst z’ Haus – das muß ich benutzen. Ich werde die Geschichte des Duchgehen’s um ein interessantes Factum bereichern. (Man vernimmt FRANZ und CASIMIRS Stimmen von Außen.) – Himmel – sie kommen! was thu’ ich –!? Zurigeln is’s Erste – (verrigelt die Eingangsthüre) den Bünckl wirf ich untern Tisch – (thut, wie er gesagt) und aufs Bett mich selbst. (Bläst das auf dem Tischchen stehende Licht aus, und deckt sich mit der Bettdecke zu.)

 

16te Scene

(CASIMIR, FRANZ (von Außen); DER VORIGE.)

(Man hört von Aussen mit einem Schlüssel aufschließen)

FRANZ (von Aussen). Was ist das? die Thüre leistet Widerstand –

CASIMIR (von Aussen). Von inwendig muß zug’riegelt seyn; da müssen wir anpumpern. (Rüttelt an der Thüre.)

FRANZ (von Aussen). Lieber Vetter –!

CASIMIR (von Aussen). Machen S’ auf –!

DICKKOPF (mit grimmigem Ärger). Liegt denn ein Fluch auf jeder großartigen Idee von mir –! (Ist eilig aber behutsam vom Bette aufgestanden.) Sie kriegeten Verdacht – (Schiebt leise den Riegel an der Thüre zurück, und eilt wieder zum Bett, er steckt sich wieder unter die Decke, welche er bis an den Hals hinauf zieht, wodurch am untem Ende seine Stiefel sichtbar werden.)

CASIMIR (von Außen starck klopfend). Hörn S’ nit? wir seyn’s!

FRANZ (von Außen). Fatal –!

CASIMIR (von Außen). Ja auf der Gassen schlafen können wir nit. (Versucht gewaltsam die Thüre zu öffnen, welche bey diesem Versuch alsogleich ganz leicht aufgeht.)

 

17te Scene

(CASIMIR und FRANZ (treten ein), DICKKOPF.)

CASIMIR (eintretend). Merckwürdig! jetzt is auf einmahl ganz leicht aufgangen.

FRANZ. Du hast vielleicht nur Einmahl umgedreht.

CASIMIR (ist zum großen Tisch gegangen). Zündhölzeln und Licht seyn da – (Macht Licht.)

FRANZ (nach dem Bette sehend). Der Vetter schläft –

CASIMIR. Wenn wir nur wüßten, wo er ’s Paket hingelegt hat, braucht’n wir’n nit aufz’wecken; er hat ohnedem immer ein’n Hamur, als wie a Kreutzspinnerin wann g’weißingt wird.

FRANZ (hat sich umgesehen). Hir liegt nichts. Ohne Zweifel hat er mir’s in die Kammer gelegt. (Nimmt das Licht und geht in die Seitenthüre ab.)

 

18te Scene

(DIE VORIGEN ohne FRANZ.)

CASIMIR. Da riecht’s nach einer ausg’löschten Kerzen, der man eine unverdiente Ehr’ anthut, wenn man sie „Milly“ oder „Apollo“ heißet. (Nimmt Zündhölzchen, und zündet die auf dem Tischchen vor dem Bett stehende Kerze an; er besieht sich DICKKOPF.) Schlaft er denn gar so fest? (Wirfft absichtlich das Tischchen, von welchem er eben das Licht genommen um.)

DICKKOPF (fährt zusammen, stellt sich aber dennoch, als ob er fest fortschliefe).

CASIMIR (hebt das Tischchen wieder auf, und erblickt, indem er sich zu diesem Zweck bückt, den unter dem großen Tische liegenden Kleiderbündel). Was is denn das? – (Öffnet das Bündel.) Der Bünckli voll Wäsch’, und dem Stiefvätern seine Codringtöne – (Einen Blick auf den geöffneten Scbranck werffend.) Sein Kasten leer, – was hat das zu bedeuten –? Wäsch’ bedeutet immer eine Wäsch’ – und zusammpackte Wäsch’ bedeutet eine curiose Wäsch’, nehmlich Flucht –!

DICKKOPF (mit unterdrückter Wuth, leise für sich). Eine höllische Combination hat der Kerl.

 

19te Scene

(FRANZ; DIE VORIGEN.)

FRANZ (mit dem Licht in der Hand, aus der Seitenthüre zurückkommend). Nichts zu finden –

CASIMIR. Hir is Alles zu finden, nur nicht das Paket.

FRANZ. Es kommt von ihr, von Marien, – kein Zweifel, ’s war ein Brief von ihr.

CASIMIR. Nach der Hausmeister Explication is es mir für ein’n Brief zu dick.

FRANZ. Wir müssen den Vetter wecken – (Leuchtet gegen das Bett.) Was ist das –!? sieh her, der Vetter liegt angezogen im Bett – (BEYDE leuchten hin.)

CASIMIR. Das is mir auch zu dick – die Stiefeln schau’n schuhlang hervor.

DICKKOPF (zieht die Füße ein).

FRANZ (rufend). Vetter –!

CASIMIR (rufend). Stiefvater –!

FRANZ. Lieber Vetter!

CASIMIR. Meintwegen auch, lieber Stiefvater!

DICKKOPF (wie aus dem tiefsten Schlaf auffahrend). Was giebt’s? (Setzt sich auf.)

FRANZ. Verzeih’n Sie, daß ich Sie wecke, aber es is jetzt, spät Abends ein Paket an mich abgegeben worden!.

DICKKOPF. Was –? nix – gar nix is abgehen word’n. (Legt sich schnell wieder nieder, als ob er weiter schlafen wollte.)

FRANZ. Ich weiß. daß –

DICKKOPF (wie oben). Von was redt’st denn? Laßts mich ungeschoren. (Thut als ob er fortschliefe.)

CASIMIR. Jetzt machen S’ keine Firlefanz-Lazzi –

FRANZ. Es ist für mich von Wichtigkeit, ich muß es haben.

DICKKOPF (sich mürrisch aufrichtend). Ah, das is zu arg! (In einen jammernden Ton übergehend.) Na ös werdets mich bald los haben, i bin nit da, daß ich eu’re Mißhandlungen ertrag’!

FRANZ. Wenn Sie sich das anmaßen, was an mich adressiert ist, bin wohl nur ich der Mißhandelte.

CASIMIR (zu DICKKOPF). Und dann müssen Sie auch die ganze Mißhandlung schon voraus g’wußt hab’n, denn Sie hab’n ja Alles z’sammpackt, als wenn die Abreis’ vor der Thür’ war’, derweil waren wir vor der Thür’.

FRANZ (zu DICKKOPF.) Sie wollten fort –?

DICKKOPF. Ich bin ein würdiger Greis, und wancke dem Grabe zu, den möcht’ ich seh’n, der mich aufhalt’t.

FRANZ (ernst und dringend). Ich sage Ihnen, daß Sie nicht eher diese Wohnung verlassen, bis Sie mir das Paket zugestellt.

DICKKOPF (trotzig). Wenn ich einmal sag’, „ich hab’ kein’s“ – so verbieth’ ich mir jeden Verdacht.

CASIMIR. Ich hab’ nur den Kopfpolster in Verdacht, daß er d’rauf liegt. (Will den Kopfpolster aufheben)

DICKKOPF (aufspringend). Du wagst es Hand an mich zu legen –? (Stößt CASIMIR zurück.)

CASIMIR (zu DICKKOPF). Wer red’t denn von Ihnen, ich hab’ es nur mit den Eiderdunen dieses Lotterbettleins zu thu’n.

FRANZ (mit Heftigkeit zu DICKKOPF). In allem Ernste, ich will, ich muß das Paket haben!

DICKKOPF (sich vergessend). Du kriegst es nicht!

CASIMIR (diese Worte auffangend). Sie haben’s also –!?

DICKKOPF (seinen Rock bis an die Hals zuknöpfend, um das Paket, welches er in der Brusttasche hat, zu sichern). Nur über meine Leiche –!

CASIMIR. Diese heroische Maulmacherey schad’t der G’sundheit nicht; ’s sind schon Viele uralt worden dabey.

FRANZ (zu DICKKOPF,). Ich schwöre es Ihnen, Sie werden dieses Zimmer nicht verlassen, bevor Sie –

DICKKOPF (mit wahnsinnigem Trotz). Nein, Nein, just nicht!! Mein Eigenthum is dabey! Was eine Diebs-Erbin zurückgiebt, darauf hat jeder Bestohlene Anspruch.

FRANZ (mit, sich steigernder Heftigkeit). Also Marie – Marie Lärminger hat das Paket gebracht –?! (Dringt näher auf ihn ein.)

DICKKOPF (zurückweichend). Ich weiß von gar nix! Aber nehmen lass’ ich mir’s nicht –! (Retiriert sich nach lincks in den Vordergrund.) Ich hab lang’ genug Noth gelitten – zurück!

CASIMIR (diese Worte auffassend). Also war Geld drinn –?!

FRANZ (aufs Äußerste ergriffen). – Geld!! – Himmel, Geld will man mir geben –! (Vernichtet.) Man giebt mir Geld –!! (Verhüllt sich verzweiflungsvoll mit beyden Händen das Gesicht.)

CASIMIR (zu DICKKOPF, wohlmeinend). Sie sind zu alt zum Rinaldini, streichen Sie also den Grundsatz – „was nicht dein g’hört, das lass’ lieg’n“ – nicht voreilig weg aus Ihrem Finanzsystem.

DICKKOPF (mit Ingrimm zu CASIMIR). O Du –!

FRANZ (heftig auffahrend zu DICKKOPF). Auf der Stelle, geben Sie mir das Geld?

DICKKOPF (höhnisch auflachend). Hahahaha!!

FRANZ (außer sich gerathend). Das Geld, sag’ ich!! (Faßt DICKKOPF an beyden Händen.) Wollen Sie mir’s geben, oder nicht –!?

DICKKOPF. Hilfe! Mörder! Mörder!

CASIMIR (dazwischen tretend). Ruhig, Franz, sey g’scheidt.

FRANZ (welcher zur Besinnung kommend, DICKKOPFS Hände losgelassen). Aber sehen Sie denn nicht ein, Vetter, daß ich entehrt wäre,?! wenn ich das Geld nicht zurückgeben kann, muß ich mir das Leben nehmen!

DICKKOPF (wüthend). Z’ruckgeben?, denen a Geld z’ruckgeben –!? diese Idee verdient nix anders als den Tod.

CASIMIR (hat während den beyden vorhergehenden Reden die Ausgangsthüre von Innen versperrt, und den Schlüssel abgezogen). Keine Extremitäten! Das Schiff beym Sturm gehört in Hafen, der Mensch im Rausch gehört in’s Bett. (Zu DICKKOPF.) Sie hab’n einen Geldrausch, (zu FRANZ,) und du hast einen Liebesrausch.

DICKKOPF. Und du –!

CASIMIR. Ich könnt ein’n Glücksrausch haben, allein, durch den schwarzen Kaffee mißlicher Verhältnisse bedeutend ausgenüchtert befehl’ ich jetzt: die streitenden Partheyen ziehen sich in ihr Lager zurück. (Zu DICKKOPF, auf das Bett zeigend.) Sie hir, – (Zu FRANZ) Du drinn!

FRANZ. Ja, aber –

DICKKOPF. So schaffst du um mit mir? Sag’ lieber gar glei: „gehst hintri!“ (Geht zurück und setzt sich auf sein Bett.)

CASIMIR (nach dem Ausgang zeigend). Die Thür’ is zug’sperrt – da is der Schlüssel – (Zeigt ihn.) – Bis Morgen (zu FRANZ, auf DICKKOPF zeigend) giebt er’s billiger. (Zu DICKKOPF.) Und Sie haben selber oft g’sagt, „ein Stiefvater is eine fremde Person“; bedencken Sie dabey wohl, noch ist die Welt nicht verarmt an Wächtern, und verharren Sie darauf, Ihren Plan auszuführen, so lass’ ich Ihnen einführ’n. (Zu FRANZ) Komm-! (Geht mit FRANZ in die Seitenthüre ab.)

  

20ste Scene

(DICKKOPF, allein.)

[DICKKOPF] (grimmig CASIMIR nachblickend). Satanskerl! – Er droht mir mit dem Arme der Justiz –? Hm – (bedencklich) der Hausmeister saget aus gegen mich – O, warum sind wir nicht in America! Dort dürften Sclaven nicht gegen Weiße Zeugenschaft geb’n; – ich war’ so schön weiß, und der Hausmeister is so ein elender Sclav – aber das nutzt hir nix – ich muß ein Opfer bringen. Besser ein’n Theil als das Ganze verlier’n. (Zieht das Paket aus seiner Seitentasche hervor, und theilt, indem er immer ängstlich nach der Seitenthüre blickt, das im Paket befindliche Geld ab.) Was gib ich i[h]m denn –? Tausend Gulden – warum soll sie ihm mehr g’schickt haben, als Tausend Guld’n? – (Legt Eines der Drey Päckchen in das Couvert.) Ob nit Schad is um das schöne Geld! – halt! war es nicht wahrscheinlicher, wenn ich ihm nur Fünfhundert Gulden lass’ –? ja – ja! in Fünfhundert Gulden liegt eine ungeheuere Wahrscheinlichkeit. (Hat das Couvert wieder geöffnet, nimmt Fünf Bancknoten heraus, und läßt nur Fünf darin, und legt sich nieder.) Aufn Couvert steht kein Betrag – hm – ’s laßt mir ka Ruh –(Sich aufsetzend.) Sie könnt’ ihm ja auch nur Dreyhundert Guld’n g’schickt hab’n – von ein’n Mädl was kein Geld unter’n Händen hat, is ja das genug – ja, ich nimm noch Zweyhundert Guld’n heraus – (Thut eilig, wie er gesagt, legt das Couvert mit Dreihundert Gulden unter den Kopfpolster, nachdem er das Übrige in die Brusttasche seines Rockes gesteckt.) das is das Wahrscheinlichste! – (Gegen die Seitenthüre horchend.) Sie reden laut – sie kommen an die Thür’ – (Legt sich schnell nieder, und stellt sich fest schlafend.)

 

21ste Scene

(FRANZ, CASIMIR; DER VORIGE.)

FRANZ (mit CASIMIR aus der Seitenthüre tretend). Vielleicht ist er noch wach –

CASIMIR (horchend). Nein –

DICKKOPF (schnarcht).

CASIMIR. Er schlaft in seiner bekannten melodischen Manier. Du wirst seh’n bis Morgen nimmt er raison an.

FRANZ. Ich kann nicht ruhn, eh’ ich –

DICKKOPF (murmelt undeutliche Worte wie ein im Schlaf sprechender).

CASIMIR. Still – er wandelt Nacht mit Worten –

DICKKOPF (wie im Schlaf, aber etwas deutlicher sprechend). So mal – traitieren s’ eim – die leib – lieben Verwandten –

FRANZ (mit dem Gefühl der Reue). Er träumt von dem Vorgefallenen ––

CASIMIR (lauschend). Wenn sich seine Worte auf das Gibeldach der Wahrheit verkraxleten ––

DICKKOPF (noch deutlicher, aber immer wie im Schlafe sprechend). Und wegen so – so ein’n Bagatell’ – Drey – Dreyhundert Gulden –

CASIMIR. Jetzt haben wir’s, Dreyhundert Gulden hat er kriegt!

FRANZ (erbittert, und verletzt). O, warum sind’s nicht Tausende, die ich zurückweisen kann, warum nur eine solche Erbärmlichkeit!?

CASIMIR. Mir scheint er erwacht.

DICKKOPF (stellt sich, als ob er nach und nach erwachte). Aber hat man denn gar ka Ruh’ ––!?

FRANZ. Lieber Vetter, verzeih’n Sie meine vorige Heftigkeit –aller selbst vom Standpuncte des Eigennutzes aus betrachtet –– was man uns auch gesendet, wird nie dem gleichkommen, um was man uns beraubt ––

DICKKOPF (kläglich). O Gott –!

FRANZ. Vergessen Sie nicht, daß unser einziger Reichthum in dem Stolze besteht, mit welchem wir unsere Armuth ertragen.

DICKKOPF. Ich hab gar kein’n Stolz; ich bin ein demüthiger Mann der a Geld haben möcht’. Na i seh’s schon, ich bin das Opfer meiner Angehörigen. Da – (sehr kleinlaut, indem er das Couvert mit den Drey Bancknoten unter dem Kopfpolster hervorzieht) da nimm’s[,] mir hätten die Dreyhundert Gulden wohlgethan –

FRANZ (das Paket nehmend). Gott Lob!

CASIMIR. Ich kenn’ ja Stiefvätern, er thut ja Alles, (bey Seite) wann er nimmer auskann.

DICKKOPF (zu FRANZ). Jetzt trag’s aber fort an der Stell’, daß i nix mehr seh’ und nix mehr hör’ von dem Geld[.]

CASIMIR. Was fallt Ihnen ein? bey der Nacht! es macht beym Tag schon völlig a Aufseh’n, wenn wer a Geld z’ruckgiebt.

DICKKOPF (mit affectierter Abspannung). Jetzt bin ich aber erschöpft.

FRANZ. Sie zürnen mir also nicht mehr?

DICKKOPF. Nein, ich hab ja im Grund Unrecht g’habt –wegen die Dreyhundert Gulden – ich hätt’ gleich so handeln sollen.

FRANZ (herzlich). Lieber guter Vetter –!

CASIMIR. Is es nicht am Besten, wenn Alles im Weg der Güte geht? Und jetzt schreiten wir zur allseitigen Verschlafung der stattgehabten Mißliebigkeit.

DICKKOPF. Ja – (Kleinlaut, aber liebevoll.) Ja, gute Nacht, meine Kinder!

FRANZ und CASIMIR. Gute Nacht!

DICKKOPF (wie oben). Gute Nacht!

(Die Musick fällt leise im Orchester ein.)
(FRANZ u[nd] CASIMIR gehen nach der Seitenthüre ab.)

DICKKOPF (macht hinter den Abgehenden die Pantomime der langen Nase, und steckt wie sie ah sind, das zurückbehaltene Geld eilig in den unter dem Tisch liegenden Bündel).

(Der Vorhang fällt.)

 

Ende des Zweyten Actes.

 

 

I/01–13: Gassenladen der Kräutlerin
I/14–28: Hofraum bei Frau v. Lärminger
I/29–33: Dachwohnung

II/01–06: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler
II/07–14: Hausmeisterswohnung
II/15–21: Dachwohnung

III/01–15: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler
III/16–22: Gassenladen der Kräutlerin
III/23–28: Besuchszimmer bei Frau v. Lärminger

I/01–13: Gassenladen der Kräutlerin
I/14–28: Hofraum bei Frau v. Lärminger
I/29–33: Dachwohnung

II/01–06: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler
II/07–14: Hausmeisterswohnung
II/15–21: Dachwohnung

III/01–15: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler
III/16–22: Gassenladen der Kräutlerin
III/23–28: Besuchszimmer bei Frau v. Lärminger