|
Heimliches Geld, heimliche Liebe, II/16 |
|
|
|
|
II. ACT |
|
|
(Elegantes Zimmer im Hause des Herrn von Makler; Zwey Thüren im Prospect, rechts und lincks Seitenthüre. Lincks ein Secretair.) |
|
1ste Scene |
|
|
(HERR v. MAKLER, HORTENSIA) |
|
|
(HORTENSIA sitzt im Vordergrunde rechte. HERR v. MAKLER kommt aus Seitenthüre links.) |
|
|
HERR v. MAKLER (mit einem offenen Brief in der Hand). Endlich ist die Antwort unsers Sohnes da. |
|
|
HORTENSIA. Nun, was schreibt er? |
|
|
HERR v. MAKLER. Ein merckwürdiger Junge das! Nachdem er Drey Seiten von seinem Vergnügen und Geldangelegenheiten schreibt, erwähnt er ganz kurz unseres Heurathsprojec-tes. Höre! (Liest.) Aus der Braut-Wahl, welche Sie für mich getroffen, erkenn [ich] Ihre väterliche Fürsorge, das Mädchen ist jung[,] hübsch, und was die Hauptsache ist, reich, an meiner Einwilligung wie an meinem pünctiichen Eintreffen konnten Sie in vorhinein nicht zweifeln. Adolar. |
|
|
HORTENSIA. Das würdige Abbild seines Vaters.] |
|
2te Scene |
|
|
(LENI; DIE VORIGEN) |
|
|
LENI (tritt weinend zur Mitte lincks ein). Ein Fraunzimmer is draußt, und sie möcht allein mitn (schluchzend) Herrn von Makler sprechen, sonst hat s nix gsagt. |
|
|
HERR v. MAKLER (verlegen). Liebste Hortensia, du begreiffst wohl, das kann nur in Geschäften seyn. (Zu LENI) Hat sie nicht gesagt, wer sie ist[?] |
|
|
LENI (immer schluchzend). Nein, und i sagets auch nit, wenn ich s kennet und in Geheimniss misch i mi schon gar nit. |
|
|
HERR v. MAKLER (immer verlegener). Geheimnisse ? (Zu HORTENSIA) Du begreiffst wohl, Hortensia, diese (auf LENI zeigend) alberne Person |
|
|
HORTENSIA (ärgerlich zu LENI). Was weint sie denn immer? Das werd ich mir verbiethen in meinem Hause. |
|
|
LENI (weinend). Ihr Haus kann vielleicht recht gspaßig seyn, aber ich muß weinen, und i werd schwerlich mehr aufhören, so lang i leb. |
|
|
HORTENSIA. Die Narrheit wird man ihr austreiben; Frau von Lärminger hat sie mir schon gehörig recommendiert. Nun lasse sie die Dame, oder was sie ist, herein. |
|
|
LENI (schluchzend). Sie geht nit herein, wann der gnä Herr nit allein is. |
|
|
HERR v. MAKLER (wie oben). Das ist doch sonderbar (Zu HORTENSIA sich entschuldigend.) Du begreiffst wohl |
|
|
HORTENSIA. Ich gehe schon wenn ich auch nicht begreifet. (Geht Seitenthüre rechts ab.) |
|
|
LENI. Jetzt werd ich ihr sagen, daß die Luft rein is. (Geht zur Mitte lincks ab.) |
|
|
HERR v. MAKLER. Dummes Ding, so die Eifersucht meiner Hortensia zu reitzen ! |
|
3te Scene |
|
|
(HERR v. MAKLER, MARIE) |
|
|
MARIE (zur Mitte lincks schüchtern eintretend). Herr von Makler |
|
|
HERR v. MAKLER (kaum seinen Augen trauend). Meine künftige Schwiegertochter !? ich staune |
|
|
MARIE. Ich komm nicht zum Schwiegervater, sondern zum Geschäftsmann, Makler. |
|
|
HERR v. MAKLER. Jetzt staune ich noch mehr! Das einzige mir denckbare Geschäft mit Ihnen, die Heurath mit meinem Sohne ist abgemacht; ich hoffe nicht, daß Sie es rückgängig machen wollen ? |
|
|
MARIE. Nein gwiß nicht aber wenn man in einen ändern Stand tritt, so möcht man doch vorher (Stockt.) |
|
|
HERR v. MAKLER. Was möchten Sie? |
|
|
MARIE (zögernd). Ich wünschte ich hätt nehmlich gern ich trau mich so schwer heraus damit |
|
|
HERR v. MAKLER. Reden Sie ohne Rückhalt, was haben Sie? |
|
|
MARIE (sich ängstlich umsehend). Schulden hab ich ! |
|
|
HERR v. MAKLER. Schulden ? das ist wohl bey jungen Männern häufig der Fall, daß sie sich rangieren- müssen, bevor sie zu Hymens Fahne schwören, aber wie könnte ein Mädchen ? |
|
|
MARIE. Es geht in die Tausend. |
|
|
HERR v. MAKLER (nicht wissend wie er daran ist). Es beliebt Ihnen einen Scherz zu machen |
|
|
MARIE. Hir sehen Sie, daß es Ernst is. (Giebt ihm ein Schmuck-Etui.) |
|
|
HERR v. MAKLER (es öffnend). Perlen ! (ganz perplex) prächtige Zahlperlen !? |
|
|
MARIE. Perln hat meine seelige Frau Mutter gsagt von der sind s Perln bedeuten Thränen; sie soll Recht haben, denn dasmahl bedeuten s Freudenthränen, wenn Sie mir Dreytausend Guldn drauf leihn. |
|
|
HERR v. MAKLER (mit gesteigerter Verwunderung). Sie wollen sie mir als Pfand ? |
|
|
MARIE. Mein Vormund hat keine Zeit, und ich kenn sonst Niemanden Auf Viertausend Gulden sind sie gschätzt, nicht wahr, Dreytausend Gulden werdn Sie mir drauf leihn, dann soll mit einem Geschäftsmann kann man ja so reden das vierte Tausend Ihr Intresse seyn. |
|
|
HERR v. MAKLER (mit mühsam verhehlter Begierde nach dem Gewinn). O, darum handelt sichs nicht, doch nun ja der Ordnung wegen (Setzt sich eilig zum Secretair, und schreibt schnell ein Paar Zeilen, und spricht während dem zu MARIE.) Der wahre Geschäftsmann darf nie die Stellung vergessen, die er seinen Mitmenschen gegenüber einnimmt. (Aufstehend.) Wollen Sie gefälligst unterzeichnen? (Auf das Papier zeigend.) Viertausend Gulden erhalten |
|
|
MARIE (die Feder nehmend, freudig). Sie geben mir also ? |
|
|
HERR v. MAKLER. Was Sie verlangten. (Nimmt aus einem Schuhfache des Sekretaires mit Papierstreifen zusammengemachte Bancknotenpäckchen.) Hir, Eins, Zwey, Drey jedes Paketchen Zehn Stück a Hundert Gulden. (Übergiebt ihr das Benannte.) |
|
|
MARIE. Das is schön von Ihnen; (nimmt das Geld in Empfang) ich werd Ihnen ewig danckbar seyn. |
|
|
HERR v. MAKLER. Auf strengste Discretion dürfen Sie rechnen. |
|
|
MARIE. Das hab ich bitten wolln. |
|
|
HERR v. MAKLER (sie an die Mittelthüre lincks begleitend). Der Geschäftsmann Makler macht sogar dem Schwiegervater Makler ein Geheimniß aus dem Geschäft. |
|
|
(MARIE ist abgegangen.) |
|
4te Scene |
|
|
(HERR v. MAKLER, allein.) |
|
|
HERR v. MAKLER (ihr verwunderungsvoll nachblickend). Bey meiner Ehre ich gebrauche den Ausdruck selten, aber wenn es sich um Unglaubliches handelt, sage ich bey meiner Ehre das ist noch um einige Procente sonderbarer als sonderbar! Meiner Frau muß ich es doch sagen. (Auf das in Händen habende Schmuckkästchen zeigend.) Hir der Beweis! Gott sey Danck, ich stehe gerechtfertigt vor meiner Hortensia da. (Geht Seitentbüre rechts ab.) |
|
5te Scene |
|
|
(PEMPERER, LENI) |
|
|
PEMPERER (mit LENI zur Mitte lincks eintretend). Du meldst mich einmahl bey Deiner Herrschaft, ich muß |
|
|
LENI (schluchzend). Die Frau von Lärminger hat mich ja so schon geschildert. |
|
|
PEMPERER. Jetzt gib erst Acht, wie ich dich schildern werd. |
|
|
LENI. Aber zu was denn? (Weint.) |
|
|
PEMPERER. Du mußt bewahrt werden für die Zukunft. Kein Liebhaber derf je zu dir, so lang du lebst; dafür muß mir Deine Herrschaft haften. |
|
|
LENI. Wie könnt ich mehr an so was dencken? der Casimir war schlecht, für mich is Alles hin. |
|
|
PEMPERER. Dem Filou hab ichs unmöglich gmacht, selbst wenn er wieder wolltet, könnt er dich nicht finden; (feyerlich) auf dieser Welt siehst du ihn nimmermehr. |
|
6te Scene |
|
|
(CASIMIR; DIE VORIGEN.) |
|
|
CASIMIR (rasch zur Mitte lincks eintretend). Leni ! (Bleibt ein Paar Schritte vor ihr steh n.) |
|
|
LENI (fast starr vor Schreck). Der Casimir !? |
|
|
PEMPERER (wie vom Donner gerührt). Ja wie kommt denn der daher ?! |
|
|
CASIMIR (ruhig zu PEMPERER). Sehr einfach, nachgangen bin ich Ihnen. |
|
|
PEMPERER (für sich, aber laut). Dumm! wenn er vor mir gangen war, hätt ichs auf n ersten Blick bemerckt |
|
|
CASIMIR (im Tone des Vorwurfs zu LENL). Leni ! schreibunfähige Geliebte! wenn du lesen könntest, möcht ich dir s vorhalten, diese neueste Post, aber so |
|
|
LENI. Ich werd doch wissen, was ich dem Briefschreiber selber angsagt hab. |
|
|
CASIMIR. So ? dann bist du eine Schlange! |
|
|
LENI. So? ja freylich nach dem was du mir gschrieben hast |
|
|
CASIMIR. Kein Wort anders, als wies wahr is, und wie ichs im Herzen empfind!. |
|
|
LENI (böse werdend). Dann bist du ein i hab mir das Wort nit gmerckt, der Vater hats grad vorher gsagt. |
|
|
PEMPERER. Filou. |
|
|
LENI (zu PEMPERER). Das heißt doch so viel als, Einer der dMadln kränckt bis sterben? |
|
|
PEMPERER. Eigentlich nur, bis sie sich einn Ändern nehmen. |
|
|
CASIMIR (zu LENL). Also das is die Erwiderung auf einen Brief beschwert mit aller erdencklichen Lieb? |
|
|
LENI (schmerzvoll). Lieb ? ja so schaut s aus die Lieb (Zeigt ihm die zerrissenen Stücke seines Briefes.) |
|
|
CASIMIR. Zerrissen !? meine ganze Hingebung ! |
|
|
PEMPERER (zu LENL). Zu was hebst dus auf, wannst nit lesen kannst? |
|
|
LENI. I könnts doch einmahl lernen. |
|
|
CASIMIR. Herr Pemperer, Sie haben sich in der Litteratur bereits zu der Höhe aufgeschwungen, daß Ihnen die Cur-rentschrift kein Rebus mehr is. (Zu LENI) Her mit die Fragmente! |
|
|
LENI. Was is das? |
|
|
CASIMIR. Die Brieftrümmerln gib her! (Nimmt ihr selbe aus der Hand.) Jetzt setzen wir s zsamm, (zu PEMPERER) und unter Ihrer Leitung les ich s vor. (Legt auf dem Tisch die Fragmente des Briefes zusammen.) So das is gschwind gschehn. (Liest) Innigstgeliebte Leni ![] |
|
|
LENI (staunend). Im Ernst ?! |
|
|
CASIMIR (lesend). Lebe wohl, Dein |
|
|
CASIMIR. Nein, das Stücki ghört ja unten hin (ordnet schnell die Stücke) jetzt wirds recht seyn. (Liest.) Denckst Du an mich? liebst Du mich? sehnst Du Dich um mich? (Spricht.) Wie edel und keck die Drey Fragen hingeworffen sind! |
|
|
PEMPERER (zu LENI) Merckst nicht daß er dich hianzt? |
|
|
CASIMIR (mit einem bemitleidenden Blick zu PEMPERER). Hianzt? (Liest weiter.) Deine Liebe, Deine Sehnsucht kann unmöglich den Grad der meinigen erreichen |
|
|
LENI (kaum ihren Ohren trauend). I weiß gar nit, wie mir gschicht |
|
|
CASIMIR (mit Selbstgefühl zu PEMPERER). Is das auch ghianzt? |
|
|
PEMPERER. Jetzt das is einigermaßen je nachdem lesen S weiter. |
|
|
CASIMIR (lesend). In Deinen Armen ist Seeligkeit Trennung von Dir is Hölle (Spricht.) Die Bielder werden immer kühner und grasser (Liest.) Wiedersehn und Heurath is Eins. (Spricht.) Damit is doch Alles gsagt. (Liest.) Bis dahin lebe wohl, Dein Dich Millionenmahl abküssender Casimir. |
|
|
LENI (außer sich vor Freude). Mir zerspringt s Herz ! |
|
|
PEMPERER (den zusammengesetzten Brief anglotzend). Da stehts; man siehts auf n ersten Blick. |
|
|
CASIMIR. Da is Gefühl, da is Wahrheit ! |
|
|
PEMPERER (bewegt). Sie kommen mir jetzt schon ums Kennen honetter vor. |
|
|
LENI (sich kaum fassen könnend). Ja, aber wie is es denn möglich ?! |
|
|
CASIMIR (im Tone des Vorwurfs). Das frag ich jetzt, wie is es möglich, daß Du mir einn solchen Brief schreiben laßt? (Zieht den Brief hervor, welchen er durch die Hausmeisterin erbalten, und liest.) Mein bester Mussi Casimir! |
|
|
LENI (staunend). Mussi ? i hätt Mussi angsagt ?! |
|
|
CASIMIR. O, das war noch zart, jetzt kommts aber monströs und massenhaft. (Liest.) Sie passen nicht für mich, und ich pass nicht für Ihnen, daraus werden Sie ersehn, daß wir beyde nicht für einander passen. Ich hab nix, hingegen habn Sie auch nix, können Sie es läugnen, daß wir beyde miteinander nix habn? |
|
|
LENI (entrüstet über den geschehenen Betrug, den sie zu durchschauen anfängt), s is unglaublich. |
|
|
CASIMIR (spricht). Aber nicht unwahr; von der mathematischen Seite gar nicht anzufechten. |
|
|
PEMPERER. Tochter, ich fang an empört zu werden über dich. |
|
|
CASIMIR (liest). Jeder Mensch schaut sich um was Bessers um, ich glaub es halb und halb schon gefunden zu haben. Leni. |
|
|
PEMPERER. Schändlich ! |
|
|
CASIMIR. Styl und Inhalt wetteifern um die Palme der Niederträchtigkeit. |
|
|
LENI. Casimir, um Gotteswillen, hör mich an! das kommt nit von mir; derjenige hat den Zweyten Brief falsch gschrieben. |
|
|
CASIMIR. Den Zweyten ? |
|
|
LENI. Übern ersten hat er die Tinten gschütt. |
|
|
CASIMIR (die Sache durchschauend). Schwarzer Betrug! |
|
|
LENI. In meinn Brief müßt stehn bist du kranck bist du untreu, oder todt? und viel Tausend Küss und ich kanns nit aushalten war auch dabey. |
|
|
PEMPERER (zu CASIMIR). Aber habn Sie denn nicht gleich aufn ersten Blick ? |
|
|
CASIMIR. Ja die Gab hat nit Jeder, wie Sie. |
|
|
LENI (zu CASIMIR) Und weißt, was er mir aus dem Brief da (sie zeigt auf den am Tische liegenden zerstückelten Brief) heraus glesen hat? Du heuratest a Wittfrau, du müßtest auf Versorgung dencken |
|
|
CASIMIR. Ha, Lärmingerische Cabale! |
|
|
LENI (fortfahrend). Und ich soll mein Glück auf a andre Art machen, und |
|
|
CASIMIR (staunend). Wer war der? |
|
|
LENI. Der Briefschreiber, er lest eim s auch vor, s Stuck um Fufzehn Kreutzer. |
|
|
PEMPERER. Das is a starcks Stuck! wißts was wir thun? ich seegn öng derweil. |
|
|
CASIMIR. Nur nix übers Knie brechen! zerst, wo is der schwarz künstlerische Briefverschandler? (Macht die Pantomime wie er ihn packen will.) |
|
|
LENI. Von da aus iss schwer z erklärn, von uns aus iss leicht, da geht man die Gassen hinunter, dann rechts in das Gassei, da is a Durchhaus, da kummt man bey einn Gwürzgwölb heraus, und dann glei nebenn Schwibbogen kummt man zerst zu ein Friseur, dann in a andre Gassen, wo an Eck, lincks, wenn man vom Platz hergeht, die Kräutlerin sitzt. |
|
|
CASIMIR. Das is gar nicht, zum Fehln, aber Drey Wochen braucht man, bis mans findt. |
|
|
LENI. Er kommt nur in der Früh hin zu der Kräutlerin, alsdann Morgen wann i einkauffen geh |
|
|
PEMPERER. Gut, aber derweil kann ich öng prächtig seegnen. |
|
|
CASIMIR. Viel z früh! Schaun wir uns zerst um einn Platz um; die Lärmingerin jagt uns alle Zwey, Brodlosigkeit is a schlechts Heurathsgut, oder habn Sie vielleicht a haamlichs Vermögn? |
|
|
PEMPERER. Elf Guldn und einn Zwanzger. |
|
|
CASIMIR. Und ich meinn Wochenlohn. |
|
|
PEMPERER. Das gleckt nit auf die Vermählungsfeyerlichkeiten. |
|
|
CASIMIR. Wo nehmen wir hernach unser Civil-Liste her? Nur Budget machen, da kommt man auf die Schwierigkeiten. |
|
|
PEMPERER. Aber seegnen kann ich öng deßtwegen doch. |
|
|
CASIMIR. Das wohl, es kostt nix. |
|
|
PEMPERER. Reicht euch die Hände (fügt BEYDER Hände zusammen.) (Es wird innerhalb der Seitenthüre rechts geläutet.) |
|
|
LENI. Himmel, d gnä Frau ! i muß hinein! (Eilt Seite rechts ab.) |
|
|
PEMPERER. Aber das is dumm. |
|
|
CASIMIR. Ich habs ja gleich gsagt, seegnen in einn fremden Haus ! |
|
|
PEMPERER. Mitten in der Feyerlichkeit, wer weiß wann ich wieder dazu aufglegt bin. Kommen S! |
|
|
CASIMIR. I bleib da, vielleicht kann ich nochmahl mit der Leni reden. |
|
|
PEMPERER. Auch gut, ich hab da drüben aufn ersten Blick a Wirthshaus bemerckt, da wart ich auf Ihnen. (Geht zur Mitte ab.) |
|
|
CASIMIR (allein, Einleitung zum Couplet, nach dem Couplet ab.) Wenn mich aber der Leni ihre Herrnleut sehn. Es is eine Unart, eine Eigenmächtigkeit, daß ich mich da aufhalt; das geht nicht in so einn respectabln- Haus; na ja, der Herr is ein respectabler Herr, die Frau is eine respectable Frau. Ja aber woher weiß ich denn das Alles so gwiß? Ich verfall ja in den Fehler meines Schwiegerpapa, so ein Fehler is gfehlt, und in dem Punct schon gar. Wie respectabi die Leut sind, das soll man nie aufn ersten Blick beurtheiln, weil man sich beym zweyten nur zu oft vom Gegentheil überzeugt. |
|
|
Couplet |
|
|
1. |
|
|
2. |
|
|
3. |
|
|
4. |
|
|
(Ab.) |
|
|
|
|
|
I/0113: Gassenladen der Kräutlerin II/0106: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler III/0115: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler |
|
I/0113: Gassenladen der Kräutlerin
I/1428: Hofraum bei Frau v. Lärminger
I/2933: Dachwohnung
II/0106: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler
II/0714: Hausmeisterswohnung
II/1521: Dachwohnung
III/0115: Elegantes Zimmer bei Herrn von Makler
III/1622: Gassenladen der Kräutlerin
III/2328: Besuchszimmer bei Frau v. Lärminger