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Nur Ruhe, III / 813 |
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Verwandlung |
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(Zimmer in Schafgeists Hause, wie im Anfange des Stückes.) |
8. Scene |
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(Frau Schiegl, dann Schafgeist, Frau v. Hornissl und Peppi.) |
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FRAU SCHIEGL (ängstlich zur Mitte eintretend). Es kommen Leut ins Haus, der Amtschreiber dabey mir kommt so was gleich nicht richtig vor, wo ich von Gricht was merck. (Geht zur Seitenthür rechts und ruft hinein.) Herr von Schafgeist kommen S gschwind. |
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SCHAFGEIST (von innen). Was giebts. |
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FRAU SCHIEGL. Nur gschwind Herr v[on] Schafgeist. |
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SCHAFGEIST (aus der Seitenthüre rechts tretend, Frau v. Hornissl und Peppi folgen ihm auf dem Fuße). Is was gschehn? |
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FRAU SCHIEGL. Es kommen Leut, und ich möcht drauf schwören es sind Gschworne. |
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SCHAFGEIST. So hat sich denn alles verschworen gegen mich. |
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FRAU v. HORNISSL. Herr v[on] Schafgeist, wier sind in Ihrem Schutz! |
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FRAU SCHIEGL. Mir scheint der H[err] Amtschreiber is auch dabey. |
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SCHAFGEIST. Der Amtschreiber? mein Todfeind? Ich bin nicht zHaus, ich flücht mich. (Will eilig in die Seitenthüre rechts ab.) |
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FRAU v. HORNISSL (Ihn zurückhaltend). Sie wollen uns verlassen? Nein nein ! Ich klammere mich fest an Sie. |
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SCHAFGEIST. Aber Sie sehn ja daß ich mich flüchten muß |
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FRAU v. HORNISSL. Wier sind schutzlose Geschöpfe, Peppi klammere dich auch an ihn. |
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PFPPI. Wenn Sie es wünschen. |
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FRAU SCHIEGL. Ich glaub auch der Herr v[on] Hornissl (Die Mittelthür öffnet sich.) |
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FRAU v. HORNISSL. Himmel, mein Mann! (Sinckt ohnmächtig Schafgeist in die Arrne.) |
9. Scene |
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(Herr v. Hornissl, Klecks, Wächter, die Vorigen.) |
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HERR v. HORNISSL (mit Klecks und den Wächtern zur Mittelthüre eintretend). Ertappt und überwiesen! |
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KLECKS. In ·ipso facto·, das beschleunigt den Lauf der Gesetze. |
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SICHAFGEIST. Herr Amtschreiber Sie müssen erst (zu Frau v. Hornissl) aber meine Gnädige |
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HERR v. HORNISSL (zu Klecks). Bitte diese Stellung besonders zu ·notieren·. |
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SCHAFGEIST (zu Frau v. Hornissl). So erhohlen Sie sich doch (setzt sie in einen Lehnstuhl). |
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HERR v. HORNISSL. Diese beyden (auf Frau v. Hornissl und Peppi zeigend) sind meinem Privatgrimm, der (auf Schafgeist zeigend) ist der Justiz verfallen. |
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SCHAFGEIST. Sie müssen erst wissen Herr v[on] Hornissl |
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HERR v. HORNISSL. Brauch gar nix zu wissen, das ·Criminaltribunal· weiß Alles. |
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KLECKS (zu Herrn v. Hornissl). Bitte um nochmahlige Nahmhaftmachung sämtlicher Verbrechen. |
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HERR v. HORNISSL. Er ist mit meiner Frau auf und davongegangen. |
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KLECKS. Wiederrechtliche Ehestörung, erschwerende Umstände auffallende Stellung bey geschehener .Attrappierung.. |
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HERR v. HORNISSL. Meine Ehre als Gatte is ·compromittiert·. |
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KLECKS. Das auch; verheurathete Ehrenbeleidigung, erschwerende Umstände, Alter der Verlockten. |
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HERR v. HORNISSL. Meine Tochter hat er aus den väterlichen Armen gerissen. |
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KLECKS. Das hat er auch gethan? Ungesetzlicher Kinderraub, erschwerende Umstände[,] Einführung der Schuldlosen in den gleichzeitigen Wohnort eines verführerischen Werckführers. |
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SCHAFGEIST. Hören S, jetzt hab ichs bald genug. |
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KLECKS. Still, das Gericht hat nie genug. |
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HERR v. HORNISSL. Seinem Neffen, der den meinigen ins Wasser gestürzt hat, hat er zur Flucht verholfen. |
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KLECKS. Das hat er auch gethan? Unterschleif und Theilnahme an Mordversuchs·attentat·verdacht, erschwerende Umstände |
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SCHAFGEIST (höchst ärgerlich). Daß Sie ein boshaftiger dummer Kerl sind. |
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KLECKS. Also auch Ansehnsverletzung des ·Representanten· des ·Criminaltribunals·? Erschwerender Umstand ein öffentlicher dummer Kerl? Da häufen sich zu viele Verbrechen. Fort mit ihm! (Winckt den Wächtern.) |
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SCHAFGEIST. Was wär das!? |
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FRAU v. HORNISSL (welche sich mittlerweile erhohlt hat). Gott was wird mit uns geschehn!? |
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HERR v. HORNISSL (seiner Frau und Peppi einen gebietherischen Winck gebend). Unten wartt der Wagen! |
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SCHAFGEIST (zu Frau Schiegl). Lauf Sie zum Herrn Syndikus (zu Klecks) der wird Ihnen gleich |
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KLECKS. Der ist in die Stadt auf die ·Gaudé· gefahren. |
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SCHAFGEIST. So wend ich mich an Herrn Amtmann |
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KLECKS. Der liegt zu Haus aufn Tod. Ich bin das Gericht, und das Gericht sagt, fort mit ihm! |
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SCHAFGEIST. (·desperat·). Jetzt werd ich eingführt, ah da soll ja doch ! |
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FRAU SCHIEGL (die Hände ringend). Himmel der gnädige Herr ! |
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KLECKS. Keine weiteren ·Dicentes· |
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DIE WÄCHTER (Schafgeist in die Mitte nehmend). Wier haben Befehl. |
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KLECKS und HERR v. HORNISSL. Aufs Gericht! (Zugleich.) |
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SCHAFGEIST. Das is zum Schlagtreffen. (Zugleich.) |
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(Die Wächter führen Schafgeist zur Mittelthüre ab, alle übrigen folgen.) |
10. Scene |
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[(Splittinger, dann Franz.)] |
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(Splittinger allein, tritt nach einer Pause aus der Seitenthüre lincks.) |
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SPLITTINGER (allein). Niemand hat mich gesehn von dem plauderhaften Volck im Hause, ich kann also hier mit eben der Sicherheit verweilen, wie im Magazin. |
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FRANZ (aus Seitenthüre lincks eintretend). Herr v[on] Splittinger ich habIhnen vom Magazin aus daher gehen sehn, und hab eine nothwendige Meldung nicht unterlassen wollen; der Gesell Rochus Dickfell hat sich abermahls auf eine Art betragen, daß ich ihn hab fortschicken müssen. |
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SPLITTINGER. Was fällt Ihnen ein? er wird hier bleiben. |
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FRANZ. Das geht durchaus nicht. Wenn einer zum zweyten Mahl - |
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SPLITTINGER. Laßt mich ungeschoren mit euren albernen Gebräuchen. Ich bin Herr, und meinem Willen zu gehorchen[,] ist der einzige Gebrauch, den ich fortan in meinem Hause dulde. |
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FRANZ. Auf diese Art kann ich ferner nicht mehr die Ordnung aufrecht erhalten, und mir bleibt nichts übrig als mit schwerem Herzen einen Platz zu verlassen, auf welchem mein Vater so lang mit dem redlichsten Eifer um den guten Herrn Schafgeist thuts mir am meisten leid, daß der die Kränckung erleben muß, über sein blühendes Geschäft den, bey solcher Leitung unvermeidlichen Ruin mit Riesenschritten hereinbrechen zu sehen. |
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SPLITTINGER. Ich habe Sie diesmahl ausreden lassen; nun gehen Sie, oder bleiben Sie nach Belieben, vergessen Sie aber ja nicht wieder, daß Sie mein Werckführer und nicht mein Hofmelster sind ·A propos·, bald hätt ich vergessen, ich habe diesem Rochus eine Zulage von 5 fl wöchentlich versprochen, die werden Sie ihm von nun an ausbezahlen. |
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FRANZ. Was!? nein was zu arg ist, das ich bitt um meine Entlassung. |
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SPLITTINGER. Die sollen Sie haben, Sie edler wackrer Mensch, der den Vater anfeindet, weil die Tochter seine Zudringlichkeiten zurückgewiesen hat. |
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FRANZ. Das hab ich ? ich versteh Ihnen nicht. |
11. Scene |
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(Rochus, die Vorigen.) |
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ROCHUS (zur Mitte eintretend). Ach, das is herzbrecherisch, das muß man nur anschaun! |
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SPLITTINGER. Was ists Rochus? |
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ROCHUS. Ich hab schon viele die Händ rIngen gsehn, aber in dem Grad, hat s noch keiner gerungen. |
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SPLITTINGER (etwas erschreckend). Du sprichst doch nicht ? |
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ROCHUS. Von meiner Leocadia, ja. Wenn Sie s stehn säheten aufn Damm, wie sie hinunterjammert ins schlammige Wasser, und glaubt sie muß das Ding herauflamentieren. |
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SPLITTINGER. Was denn? |
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ROCHUS. Ihr Alles, ihr Höchstes is ihr ins Waser gfallen. Wie sie der Laffberger hat wollen zum Wagen schleppen, hat s das Brasselett, was [sie] von Euer Gnaden kriegt hat, verloren; ohne Zweifel is [es] in Teich abikugelt. |
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SPLITTINGER. Wenns nur das ist, da soll sie sich trösten, bis morgen wird sie ein schöneres haben. |
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ROCHUS. Ja, das thäts, wenn sie nicht ganz Wesen wäre, aber Euer Gnaden haben es hier mit einem Wesen zu thun. Eine andere die dencket sich, wenn ich nur wieder eins krieg, die aber sagt, das war das erste Geschenck seiner, mit züchtigem Erröthen, Liebe. Diamantpalläste sind ein Schmarrn dagegen! Das heißt »Schmarrn« hat sie nicht gsagt, sie hat was anderes gsagt, das is aber alles Eins, mit einem Wort so spricht nur ein Wesen. Die Bauern halten s für verruckt, aber der Zartfühlende, möcht mit ihr weinen, das Ziehvaterherz schluchzt, während der Bauer »Oje« sagt. |
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SPLITTINGER. Ja, es läßt sich doch nichts andres thun |
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ROCHUS. Sie hat einen Plan gmacht, sie hat gsagt, der ganze Teich muß verschütt werden, dann müssen Arbeiter kommen von ·Pompejus· und ·Herculorum·, das is glaub ich Hundert Stund hinter Amerika, so weit geht ein Wesen in seine Ideen, und die müssen dann das Brasselett ausgraben. so sag ich, Kind, da wärs ja viel besser, wenn man den Teich ablasset »Ablassen?« sagt sie »Ablassen? ganz recht, nur schnell« und lächelt, und macht Bewegungen, wie man in höhern Ständen den Wahnsinn ausdruckt (macht die Hände·action· der italienischen ·Primadonnen· in den Wahnsinnsscenen.) |
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SPLITTINGER. Den Teich ablassen? nun ja, das kann geschehn. |
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FRANZ. Das kann nicht geschehen Herr v[on] Splittinger. |
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SPLITTINGER. Was haben Sie zu sprechen, Sie sind entlassen. |
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FRANZ. Noch bin ich im Haus, der Herr v[onl Splittinger wissen das nicht so, darum muß ichs sagen, wier haben ein trockenes Jahr, schlechten Wasserstand, wenn der Teich abgelassen wird, bis wann wird er sich wieder füllen? Eine ganze Parthie Häut, die eingelegt ist, kann uns zu Grund gehen, große Bestellungen sind gemacht, die Fabrick kommt ins Stocken |
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ROCHUS (zu Splittinger leise). Das muß ich doch auch verstehn; s nix als Eifersucht, er will daß sie das Präsent von Ihnen nicht haben soll. |
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SPLITTINGER. Das wird die Sache des neuen Werckführers seyn. Es geschieht wie ich gesagt. |
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ROCHUS (zu Franz). Sie sind entlassen und der Teich wird abgIassen. |
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FRANZ. Eine Pflicht hab ich hier noch zu erfüllen und die ist, Herm Schafgeist von allem in Kenntnis zu setzen. (Will in die Seitenthüre rechts ab.) |
12. Scene |
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(Frau Schiegl, die Vorigen.) |
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FRAU SCHIEGL. Schrecklich! So ein Mann führen s aufs Gricht! |
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SPLITTINGER und FRANZ. Wem? |
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FRAU SCHIEGL. Den Herrn v[on] Schafgeist. |
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SPLITTINGER. Meinen Onkel? (Zugleich.) |
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FRANZ. Nicht möglich! (Zugleich.) |
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FRAU SCHIEGL. Der gute Herr |
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SPLITTINGER. Und der Syndicus in der Stadt Mein Pferd gesattelt im ·Carriere· will ich ihn hohlen. War[t]e, Amtschreiber, das sollst du bereun! (Eilt zur Mitte ab.) |
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FRANZ. Es kann nicht seyn, ich lauf aufs Amt. (Läuft ebenfalls zur Mitte ab.) |
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(Frau Schiegl folgt ihm.) |
13. Scene |
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(Rochus allein.) |
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(Monolog dann Lied, nach dem Liede zur Mitte ab.) |
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ROCHUS. Also aufs Amt haben s ihn gführt, den Herrn von Schafgeist? Macht nix, das riegelt ihn a Bißl auf. Der Mann is zu passioniert auf die Ruh! D Leut wollen sich immer in die Ruh setzen, und wenn man sich hineinsetzt, das is ja keine Ruh. Es giebt nur eine eigentliche Ruhe, und in die muß man sich legen da is von Sitzen keine Red! Ich sag, der Mensch is gar nicht zur Ruhe geboren, denn warum hätt er sonst so einen Dégoût vor der ewigen Ruh? Mit der zeitlichen Ruh is das gar a Spaß! Da lamentieren d Leut immer: ãO Gott, wenn ich nur vor diesem und jenem a Ruhhätt!" und wenn s nacher Ruh haben, is s ihnen erst nicht recht! |
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Lied |
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1. |
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2. |
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3. |
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4. |
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5. |
| 1. Act: Scene 0109: Zimmer in Schafgeists Haus 1. Act: Scene 1012: Freie Gegend 1. Act: Scene 1316: Zimmer in Schafgeists Haus 2. Act: Scene 0109: Garten in Schafgeists Haus 2. Act: Scene 1013: Freie Gegend mit Weidengebüsch 2. Act: Scene 1417: Garten in Schafgeists Haus 3. Act: Scene 0102: Park-Anlage 3. Act: Scene 0307: Magazinboden in der Lederfabrik 3. Act: Scene 0813: Zimmer in Schafgeists Haus 3. Act: Scene 1418: Amtsstube |