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Rothmühle / Rannersdorf, Schlosshof
32. Nestroy-Spiele Schwechat 2004
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PRESSESTIMMEN
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Neue Kronenzeitung, 28. Juni 2004
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Amouröse Stolpersteine
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Sie sind längst eine Theaterzentrum, das sich in mehr als 30 Jahre als ein wichtiger Spielort der Nestroy-Pflege etabliert hat: Die Nestroy-Spiele in Schwechat zeigen heuer im renovierten Schloss Rothmühle ein weniger prominentes Werk: die Posse „Nur keck!“. Die Verwiclungen und amourösen Stolpersteine sind da dicht gestreut.
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Eine knifflige Testamentsklausel, eine Million zum Vererben, eine Hand voll Braut-, Liebes- und Ehepaare . . . Und da ist natürlich ein gerissener Hansdampf, der für finale ordnung und Entspannung sorgt ein turbulenter Nestroy eben, in dem der Sprachwitz nur so blüht.
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In Schwechat inszeniert Peter Gruber das alles in seinem einfachen Bühnenbild mit unglaublicher Nestroy-Routine im guten Sinne : er lässt das Stück jung und lebendig, wenn auch nicht modisch scheinen. Die Figuren sind klar gezzeichnet, die Handlung läuft quick dahin, das Publikum lacht herzlich.
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Dennoch handelt es sich nicht um seichte Unterhaltungsstunden, sondern um leichtes, ernsthaft gemachtes Theater. Natürlich: Man hat schon bissigere, schärfere Nestroy-Abende erlebt, hat schon Gags und Seitenhiebe gesehen, die aktueller, politischer und mutiger waren. Doch ist die Stimmung so gut, das Drumherum so bunt, dass man diese Schwachstellen bald wieder vergisst. Vor allem, da die Darsteller mehr als nur überzeugen: Christian Graf, Franz Steiner, markus Heller, Esther Potesil, Bella Rössler … Ein spaßiges, mitreißendes Team!
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Oliver A. Láng
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Kurier, 29. Juni 2004
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Aktuelle Seitenhiebe und Härteproben
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„Nur keck!“ so lautet das Motto der diesjährigen Nestroy-Spiele auf Schloss Rothmühle in Rannersdorf. Die eher unbekannte, gleichnamige Posse ein Verwirrspiel um Geld und Liebe bietet genug Material für eine politische und sozialkritische Studie unserer Gesellschaft. Problemlos lässt sich Nestroys Stoff mit Seitenhieben auf die Gegenwart versehen; unverhüllt wird dies auch getan. Im Stück dreht sich alles um eine Erbschaft, die an zwei Eheschließungen mit großem Altersunterschie dgebundne ist. Die Frage lautet: Geld oder Liebe?
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Peter Gruber inszeniert „Nur keck!“ im Sti der Altwiener Volksbühne, überzeichnet die Figuren aber teilweise sehr. Die Aufführung erfordert vom Zuseher einen langen Atem. Der zweite Teil beginnt im Milieu der „Schrammeln“. Gesangseinlagen stellen das Publikum auf eine Härteprobe; ein Plus sind die gezielt gesetzten Pointen.
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Christian Graf verkörpert die zentrale Figur, den frechen, stets auf seinen Vorteil bedachten Schmarotzer Stegreif. Er erfüllt ins einer dastellung die Kriterien eines Nestoy-Schauspielers. Das Ensemble zieht tapfer mit.
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P. Mühlgassner
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Die Presse, 30. Juni 2004
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Graufalter auf Brautschau
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Nestroy, früher viel gespielt, ist im Sommertheater rar geworden. In Rannersdorf bei Schwechat pflegt man ihn seit 32 Jahren. Auch heuer wieder hat Peter Gruber im Hof von Schloss Rothmühle inszeniert: „Nur keck!“, erst 1943 im Wiener Bürgertheater uraufgeführt.
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Lustig ist die Verwechslungskomödie mit so vielen Verwechslungen, dass es fast unmöglich ist, den Inhalt nachzuerzählen. Das lange Stück wurde auf zweieinhalb Stunden gekürzt. Brillant sind die Schauspieler: Christian Graf spielt schnöselhaft den Parasiten Stegreif, Ernst Mathon den unter den Figuren herausragend sympathischen, erfolglosen Beamten Federkleks (die Nestroy-Rolle). Franz Steiner gibt den geldgierigen, eitlen Kapitalisten von Graufalter, Markus Heller schmachtend seinen unglücklich verliebten Neffen.
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Die Parts der jungen Frauen mit den alten Ehemännern sind mit sehr unterschiedlichen Schauspielerinnen treffend besetzt: Bella Rössler spielt Federkleks' lebenslustige Philippine, Esther Potesil die schnippische Tochter des Oberforstmeisters, der das Schicksal, Graufalter heiraten zu müssen, erspart bleibt. Regine Rieger hat den Part der wohlstandsverwöhnten Dame an der Seite des alternden Fabrikanten von Wollberger (Harald Schuh) den sie Ritschi nennt, und er sie Mausi.
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Ähnlich halblustig sind die etwas platten Aktualisierungen: die Korruption der Politiker, das nützliche "blaue Buch", wenn man als Beamter protegiert werden will, und Anspielungen auf nicht mehr so aktuelle innenpolitische Ereignisse (wie Knittelfeld oder Grassers Homepage-Affäre). Aber unter den typischen Nestroy-Sagern - Stehsatz des Oberforstmeisters von Holzstamm, gespielt von Willi Mürwald: „Ich sage das nicht als Beleidigung, sondern weil's wahr ist“ findet irgendwann jeder etwas, über das er lachen kann.
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Beate Lammer
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Die Furche, Juli 2004
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... jedes Jahr mehr zu empfehlen
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In der Provinz reüssiert Nestroys „Nur keck!", während die Residenz vor lauter Innovationswahn erfolglos neue Wege sucht. „Ein Schlösschen unweit von Wien“, die Rothmühle, ist Schauplatz der Nestroy-Spiele Schwechat, die mit wenig Budget und Laienschauspielern voller Engagement jedes Jahr mehr zu empfehlen sind.
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Eingebettet in die Nestroy-Tage startet der Theatersommer zugleich höchst unterhaltsam und sozialkritisch, entsprechend dem Diktum des Schreibers Federkleks (herausragend: Ernst C. Mathon), bei dem es „curios zwischen Comödi und Natur" schwankt. Die traditionell inszenierte Doppelhochzeiten-Verwechslungsposse würzt Regisseur Peter Gruber mit polit-satirischer Schärfe gegen die Finanzpolitik der Bundesregierung. Mit Stegreif (Christian Graf) als politisch klugem Taktierer und wahrlich keckem Dandy, den temporeichen Dialogen mit Philippine (Bella Rössler) hat die Inszenierung jenen Bodensatz, den Nestroys unvergleichliche Pointen am Theater suchen. Das Nestroy-sichere Publikum dankte mit viel Beifall für einen gelungenen Start in den Niederösterreichischen Theatersommer.
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Julia Danielczyk
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